Freude am schreiben und dichten!

Der Löwenzahn.

Seht euch dieses Grünzeug an.
Da steht der stolze Löwenzahn.
Die Blätter zackig aufgespreizt,
was sogleich die Bienen reizt.

Sie stürzen sich mit großen Wonnen,
auf die gelben Blütensonnen.
Auf den Wiesen, helle Lichter.
Lauter Löwenzahngesichter.
Sie wurzeln in der Ackerkrume
und werden dann zur Pusteblume,
wenn die Blüte nicht mehr freut.
Sich dann der Samen, weit verstreut.


Manch einem ist er gar ein Graus.
Sticht ihn mit samt der Wurzel aus.
Der Löwenzahn schert sich nicht drum.
Die Vielzahl bringt so schnell nichts um.
Und jedes Frühjahr trotzt er den Moden.
Entschlüpft im gleichen Kleid, dem Boden.

Jahreszyklus

Januar

Das Jahr beginnt sich neu zu träumen.
Kahle Äste an den Bäumen.
Wie ein Leintuch liegt der Schnee.
Wie im Schlafe ruht der See.
Wolken segeln Grau in Grau,
nur manchmal, dringt ein kurzes Blau
wie ein Hoffnungsschimmer dort.
Das Jahr beginnt, und schreitet fort.

Februar

Der Februar mit wenig Tagen,
scheut sich noch ein Grün zu tragen.
Die Äcker liegen brach im Dunst
und warten auf der Sonne Gunst.
Doch tief im Boden, beginnt es leise,
auf eine wunderbare Weise,
dass eine Kraft sich neu entfaltet.
Was einmal war, ist jetzt veraltet.

März

Im März ein aller erstes Grün.
Huflattichsonnen sind am blühn.
Wo vorher Stillstand schien und Schweigen,
sich schon dicke Knospen zeigen.
Primeln werden ausgestellt.
Ganz neu erscheint die alte Welt.
Man atmet auf, die Vögel pfeifen.
Jetzt beginnt ein neues Reifen.

April

April, da kann der Mensch nur staunen,
der Monat mit den schlimmsten Launen.
Alles ist mit Grün behaucht.
Der Regenschirm wird viel gebraucht.
Es blüht schon kräftig da und dort
und das Blühen schreitet fort,
zeigt der Forsythien gelbe Pracht.
Doch gibts noch Fröste in der Nacht.

Mai

Endlich Mai, das Jahr ist frei,
alles Öde ist vorbei.
Die Apfelbäume schwelgen weiß.
Mitunter ist es schon mal heiß.
Alles drängt sich in die Flur
und man atmet die Natur.
Die Welt scheint einzigartig schön
und auf den Standesämtern stehn,
reihenweise Hochzeitspaare.

Juni

Juni, Juni, welch ein Duft,
nach Heu und Sommer in der Luft.
An schönen Tagen keine Not.
Der Klatschmohn steht im schönsten Rot.
Man tankt Sonne und geht baden
und es zwickt in beiden Waden.
Wanderfreunde Rucksäck schnüren
und die Bauern interessieren sich,
wie reif das Korn im Feld.
Und alle Gärten sind bestellt.

Juli

Im Juli fangen Ferien an.
Alle Kinder, Frau und Mann
träumen sich ein fernes Land
oder sind am Badestrand,
in nächster Näh, am See vielleicht.
Des Jahres Mitte ist erreicht
und alles fließt, die Tage, Wochen.
Gutes Wetter wird versprochen
und deshalb wird jetzt mal gegrillt
und der Durst mit Bier gestillt.

August.

August, die meisten sind noch weg.
Erholung ist der Reise Zweck.
Dann wird, wie immer in den Jahren
mit Stop und Go nach Haus gefahren.
Man registriert die Automasse.
Die Kinder wechseln jetzt die Klasse.
Neues wird nun angefangen.
Und man spürt ein erstes Bangen,
dass der Herbst bald vor der Tür.
Und tatsächlich haben wir.

September

September, da wo alles reift.
Wo man nach prallen Früchten greift.
Und schon erscheint der Jahresbogen,
wieder mächtig hochgezogen.
Die Tage, längst nicht mehr so lang.
Deshalb noch ein großer Drang,
nach Draußen, in den Wald, ins Grün.
Man sieht schon Vogelschwärme ziehn
und es blühen alle Rosen,
auch die ersten Herbstzeitlosen.

Oktober

Oktober im Kalender steht.
Eine zehn, und deshalb geht,
manchmal schon ein frischer Wind.
Wie schön doch die Kastanien sind,
die man so am Wegrand fand.
Braun und glänzend in der Hand.
Die Kinder basteln und sind wohl.
Zum Abendessen gibt es Kohl.
Die Winzer kosten ihren Wein.
Wie viel Oechsle werden`s sein?
Ins Himmelblau ein Drachen steigt.
Und die Modebranche zeigt,
die neue Winterkollektion.
Diesmal trägt man Ton in Ton.

November

Das Jahr, es scheint jetzt fast geglückt.
Das trübe Wetter macht bedrückt.
Zudem ist es jetzt geboten,
ein Gedenken an die Toten.
Der Sommer, ach er scheint so ferne
die Kinder basteln jetzt Laterne
und ein Umzug findet statt.
Regen gibt es richtig satt.
Am Nachmittag schon Licht im Laden
und draußen wabern Nebelschwaden.

Dezember

Schon Dezember? Kann das sein?
Der Duft nach Plätzchen zieht sich fein,
durch die Häuser durch die Gassen.
Auf den Plätzen in den Strassen,
sieht man leichtes Weiß in Flocken.
Man trägt dicke Wintersocken
und wartet auf die „Heilige Nacht.“
Ist an alles auch gedacht?
Man sieht die Menschen hastig laufen.
Ein Jeder geht Geschenke kaufen.
Zum Jahresschluss ein großes Knallen.
Allen wird das nicht gefallen
und mancher macht auf seine Weise,
den Abgesang des Jahres leise.


Nachtrag

Zwölf Gäste wurden vorgestellt,
die man im Kalender zählt.
Die Monate mit ihren Namen.
Diese Herren, diese Damen
treiben jedes Jahr ihr Spiel,
bis Sylvester. Mit Gefühl
wird das Jahr zu Grab getragen.
Und schon Sekunden später sagen
alle Menschen staunend gar,
schon wieder gibt`s ein neues Jahr.
Die beste Liebes- Zeit im Jahre.